UNHCR: 2008 fast 65.000 Bootsflüchtlinge über das Mittelmeer
aus: Newsletter des Flüchtlingsrats Ba-Wü vom 9.1.2009
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Immer mehr Flüchtlinge versuchen Europa über das Mittelmeer zu erreichen. 2008 landeten nach bisherigen Schätzungen fast 65.000 Menschen mit Booten an den Küsten Griechenlands, Zyperns, Italiens, Maltas und Spaniens und damit rund 60 % mehr als im Vorjahr, so die Süddeutsche Zeitung in einem Bericht vom 31.12.2008. Besonders betroffen seien Lampedusa und Sizilien, wo 29.000 Flüchtlinge angekommen sind.
Der Ansturm der Flüchtlinge hat die Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen in Italien verschärft. Tagesschau.de berichtete am 30. Dezember, dass Italien inzwischen mit der Direktabschiebung von Bootsflüchtlingen von Lampedusa aus begonnen habe. Der erste Flug der erst wenige Tage zuvor auf kleinen Booten angekommenen Flüchtlinge ging nach Kairo. Zwischen Ägypten und Italien besteht inzwischen ein bilaterales Abkommen über die Rückführung, wenn die Staatsangehörigkeit der Flüchtlinge feststeht. Es sollen die ersten von über 2000 Flüchtlingen sein, die abgeschoben werden, so die "junge Welt" in einem Bericht vom 5. Januar.
Laut Fortress Europe sind 2008 mindestens 1.502 Flüchtlinge auf ihrem lebensgefährlichen Weg nach Europa ums Leben gekommen.

